Burgenlands DAC-Gebiete

BURGENLANDS DAC-GEBIETE

Wo Herkunft und Region an oberster Stelle stehen

Eisenberg Weingärten

Burgenland DAC Weine

Herkunft, Charakter und Vielfalt

Das Burgenland ist Österreichs Sonnenregion und eine der spannendsten Weinlandschaften Europas. Mit rund 11.500 Hektar Rebfläche, dem pannonischen Klima und jahrhundertelanger Tradition entstehen hier Weine mit Herkunft und Charakter.
Ein besonderes Qualitätssiegel tragen die DAC-Gebiete (Districtus Austriae Controllatus): Sie definieren klare Regeln für Rebsorten, Stilistik und Herkunft.
Im Burgenland gibt es sechs DAC-Gebiete:
Neusiedlersee DAC, Leithaberg DAC, Mittelburgenland DAC, Eisenberg DAC, Rosalia DAC und Ruster Ausbruch DAC.
Das österreichische DAC-System ist seit 2003 im Weinrecht verankert; im Burgenland startete es 2005 mit dem Mittelburgenland DAC für Blaufränkisch. Es folgten Leithaberg DAC (rot: seit Jahrgang 2008; weiß: seit Jahrgang 2009), Eisenberg DAC (2009) und Neusiedlersee DAC (2012; Freigabe für Weine ab Jahrgang 2011).
Jüngste Ergänzungen sind Rosalia DAC (seit 2018) und der Ruster Ausbruch DAC (seit 2020).

Weinweg Gols

Neusiedlersee DAC – Heimat des Zweigelt

Das größte Weinbaugebiet des Burgenlandes liegt zwischen Parndorfer Platte und Neusiedler See – rund 6.000 ha Reben mit einem klaren Fokus auf Zweigelt, der seit 2012 die Basis für dieses DAC Gebiet bildet. Das warme, trockene Klima (ca. 1.900 Sonnenstunden pro Jahr) und die vielen Wasserflächen begünstigen neben kräftigen Rotweinen auch edelsüße Prädikatsweine; seit einer Gesetzesnovelle dürfen frucht- und edelsüße Weine ebenfalls als Neusiedlersee DAC (bzw. DAC Reserve) auftreten.

Leitsorte: Zweigelt in allen Facetten – vom fruchtig-leichten Rotwein bis zum kräftigen Zweigelt Reserve.
Besonderheit: Der Neusiedler See sorgt für ein einzigartiges Mikroklima mit warmen Tagen und kühlen Nächten. Typisch sind Kirsche, dunkle Beeren und feine Würze.
Geschichte: Der Zweigelt wird seit den 1920er-Jahren im Gebiet kultiviert. Heute gilt die Region als Heimat dieser Rebsorte.

Leithaberg DAC – Mineralik trifft Eleganz

Muschelkalk und Schiefer prägen die Handschrift des Leithaberg DAC: mineralische, spannungsgeladene Weine von den südlichen Ausläufern des Leithagebirges. Leithaberg DAC Weiß darf aus Pinot Blanc, Chardonnay, Neuburger und Grünem Veltliner bestehen; Leithaberg DAC Rot ist 100 % Blaufränkisch – angestrebt wird Eleganz, Würze und eine möglichst dezente Holznote.

Leitsorte: Rot: Blaufränkisch. Weiß: Chardonnay, Weißburgunder, Neuburger, Grüner Veltliner.
Besonderheit: Kalk- und Schieferböden am Leithagebirge geben den Weinen eine markante, salzige Mineralität.
Geschichte: 2009 als erstes burgenländisches DAC für Rot- und Weißweine eingeführt.

Landschaft Himmelreich
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Ruster Ausbruch DAC – edelsüßer Weltstar

Die Freistadt Rust im Leithaberg-Gebiet besitzt mit dem Ruster Ausbruch DAC eine eigene Herkunft für botrytisbefallene, ausgebrochene Beeren – ein historischer Süßwein, der das Rückgrat der Ruster Weinwirtschaft war und ist.

Leitsorte: Edelsüße Weißweine aus edelfaulen Beeren (Botrytis).
Besonderheit: Intensiv fruchtig, mit feinem Süße-Säure-Spiel und großem Lagerpotenzial. Muss in Rust geerntet, verarbeitet und abgefüllt werden.
Geschichte: Seit Jahrhunderten bekannt, 2020 als DAC verordnet, 2024 zusätzlich als EU-g.U. geschützt.

Rosalia DAC – die junge, vielseitige Region

Jung und unverwechselbar am Osthang des Rosaliengebirges: Die einzige Rosé-DAC Österreichs (aus Blaufränkisch und Zweigelt) gibt dem Gebiet ein klares Profil. Auf 241 ha entstehen charaktervolle Rosé- und Rotweine; Blaufränkisch und Zweigelt werden auch reinsortig als Rosalia DAC bzw. DAC Reserve (mit Riedenbezeichnung) ausgebaut.

Leitsorte: Blaufränkisch & Zweigelt (rot) sowie Rosalia DAC Rosé.
Besonderheit: Fruchtig-würzige Rotweine und ein eigener Fokus auf Roséweine – dank der kalkhaltigen Böden am Rosaliengebirge.
Geschichte: Erst seit 2018 als DAC etabliert – die zweitjüngste Herkunftsbezeichnung im Burgenland.

Landschaft im Mittelburgenland

Mittelburgenland DAC – das Blaufränkischland

Das „Blaufränkischland“: auf gut 2.000 ha tragen über 90 % der Reben rote Trauben, etwa die Hälfte davon Blaufränkisch – seit 1989 identitätsstiftend und heute in den Stufen DAC, DAC mit Riedenbezeichnung und DAC Reserve am Markt. Geschützt von Hügelketten und geöffnet zum pannonisch-warmen Osten entstehen kernige, lagerfähige Rotweine mit erdig-mineralischer Note.

Leitsorte: Blaufränkisch in drei Stufen – Classic, Riede, Reserve.
Besonderheit: Würzige, kräftige Weine mit großem Lagerpotenzial; das Mittelburgenland gilt als Zentrum des Blaufränkisch.
Geschichte: Seit 2005 DAC-Region und klar auf eine Rebsorte fokussiert.

Eisenberg DAC – Blaufränkisch mit Schiefer-Charakter

Ein kleines Juwel im Südburgenland: Eisenberg DAC steht für würzige, mineralische Weine. Gebietswein muss 100 % Blaufränkisch sein; Orts- und Riedenweine dürfen Blaufränkisch oder Welschriesling tragen (u. a. Ortsangaben: Deutsch Schützen, Eisenberg a. d. P., Gaas, Hannersdorf, Kohfidisch, Rechnitz). Typisch sind Spannung, Klarheit und präzise Frucht – von trinkanimierend bis lagegeprägt und lagerfähig.

Leitsorte: Blaufränkisch, finessenreich, elegant und würzig.
Besonderheit: Die Grünschiefer-Böden im Südburgenland verleihen den Weinen eine unverwechselbare Mineralität.
Geschichte: 2009 als DAC anerkannt.

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